BILANZ 34 Prozent Umschlagplus im Seeverkehr – Mehr Windkraftanlagen und weniger Holz verschifft


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Investition nimmt Formen an: Die neue Lagerhalle wird derzeit gebaut – Ende des Jahres soll sie an Silo- und Kaianlage angeschlossen sein. BILD: THOMAS BÜCHER 

JAN MÜLLER ERKLÄRT DIE ENTWICKLUNG MIT DEM IMMOBILIENMARKT IN DEN USA. DERZEIT ENTSTEHT EINE NEUE HALLE FÜR GETREIDE UND FUTTERMITTEL.

VON THOMAS BÜCHER

BRAKE - Eine positive Entwicklung verzeichnen Niedersachsen Ports und die Unternehmensgruppe J. Müller bei den Umschlagzahlen im Braker Hafen: Im ersten Halbjahr 2008 wurden mit 3,136 Tonnen ein Plus von 34 Prozent im Seeverkehr erwirtschaftet, hauptsächlich durch die Umschlagsteigerung im Agrarbereich (die NWZ berichtete). Doch die Reaktion vom Geschäftsführer der J. Müller Breakbulk Terminal Gesellschaft, Jan Müller, fällt etwas verhaltener aus. „Im Massengutbereich gibt es immer starke Schwankungen“, sagte Jan Müller am Dienstag.

Der Grund für hohe Getreideimporte sei vor allem eine weltweit schlechte Ernte. Statt Weizen wurde so auch Mais und Hirse zur Mischfutterherstellung importiert, sagte der Prokurist der J.Müller Agri Terminal Gesellschaft, Uwe Schiemann. Eine prognostizierte kontinuierliche Steigerung von 1,6 Prozent pro Jahr sei realistischer und auch für Brake real. Aus diesem Grund gehen Müller und Schiemann davon aus, dass diese Steigerung im zweiten Halbjahr zu erwarten ist.

Dass die Importe so kräftig gestiegen sind, zeigt für Jan Müller, dass der Braker Hafen eine hohe Bedeutung für das Oldenburger Münsterland habe: „Kein Hafen ist so flexibel was den Lagerraum angeht.“

Aus diesem Grund werden derzeit auch fünf Millionen Euro in den Neubau einer neuen Halle investiert. Mit der Fertigstellung des reinen Hallenbaus sei Ende September zu rechnen, die Anbindung zur Siloanlage sowie die Anbindung zu den Kaianlagen solle zum Ende des Jahres abgeschlossen sein. „Die Halle wird auf eine breitere Produktpalette ausgerichtet und wir können so die Löschgeschwindigkeit erhöhen“, sagte Jan Müller. In der Halle werden vier separate Lagerräume gebaut – die gesamte Kapazität soll 40 000 Tonnen Schüttgut umfassen. Gerade die hohen Qualitätsstandards seien es, die es der Unternehmensgruppe ermögliche, neue Geschäfte zu erschließen, so Schiemann.

Auch in den übrigen Geschäftsbereichen hat J. Müller einen Umschlagszuwachs zu vermelden. Im ersten Halbjahr 2008 wurde im Stückgutbereich – genauer bei Zellstoff, Stahl und Windkraft – mehr umgeschlagen, weniger jedoch beim Holzumschlag. Dort spürt der Braker Hafen die Auswirkungen der Immobilienkrise in den USA. Das habe zur Folge, dass „wir unterbeschäftigt sind“, so Jan Müller. Noch könne Kurzarbeit vermieden werden – zum einen wegen der Urlaubszeit und zum anderen, weil die Braker Unternehmensgruppe ihre Arbeitskräfte nach Bremerhaven vermittelt, etwa als Fahrer beim Verladen von Autos.


Dass trotz der Zuwächse für weniger Menschen Arbeit anfällt, erklärt Müller so: „Der Umschlag von einer Tonne Holz ist etwa zwei- bis dreimal intensiver als eine Tonne Stahl.“

Der Umschlag und die Lagerung von Stahl und Windkraftanlagen ist extrem platzintensiv. Aus diesem Grund sei die Norderweiterung dringend erforderlich. Darüber hinaus müsse die Unterweser-Vertiefung schnell kommen. Nach dem zu erwarteten Planfeststellungsbeschluss sollte mit der Vertiefung Anfang 2009 begonnen werden. Denn jeder gewonnene Zentimeter wirke sich auf Reeder und den Braker Hafen in barer Münze aus.




Quelle: Nordwest-Zeitung, Ammerland

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